Die Fachkraft in der ambulanten Jugendhilfe
Die Fachkraft ist die Person, die mit der Familie, dem Kind oder dem Jugendlichen arbeitet. Alles andere, Bewilligung, Dokumentation, Abrechnung, hängt an dem, was sie tut und wie sie es festhält.
Qualifikation
Das Fachkräftegebot (§ 72 SGB VIII) verlangt, dass Aufgaben der Jugendhilfe von Personen wahrgenommen werden, die sich für die jeweilige Aufgabe nach ihrer Persönlichkeit eignen und eine entsprechende Ausbildung haben. In der Praxis erwarten Jugendämter für ambulante Hilfen zur Erziehung in der Regel einen Abschluss in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik, Pädagogik oder Heilpädagogik; Erzieherinnen und Erzieher mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikation werden je nach Leistungsvereinbarung ebenfalls anerkannt. Sprachkenntnisse sind in vielen Regionen ein eigenes Qualitätsmerkmal: Träger mit mehrsprachigen Teams können Familien in deren Erstsprache begleiten.
Angestellt oder freiberuflich
| Angestellt | Freiberuflich (Honorar) | |
|---|---|---|
| Vergütung | Gehalt, oft mit Wochenstundenziel | Stundensatz je geleisteter Fachleistungsstunde |
| Nachweis gegenüber Träger | Stundenzettel, Dokumentation | Honorarabrechnung auf Basis freigegebener Stunden |
| Vertretung | Träger organisiert | Träger organisiert, Vertretung meist ebenfalls Honorarkraft |
| Risiko | Auslastung beim Träger | Scheinselbstständigkeit prüfen; Weisungsfreiheit dokumentieren |
Viele Träger kombinieren beides. Für die Verwaltung bedeutet das zwei Abrechnungslogiken auf derselben Datenbasis: die Rechnung an das Jugendamt und das Honorar an die Fachkraft entstehen aus denselben Stunden, aber mit verschiedenen Sätzen.
Was eine Fachkraft im Monat dokumentiert
Für jede Fachleistungsstunde: Datum, Beginn und Ende, Kontaktart (persönlich, telefonisch, Video), Ort, Inhalt der Arbeit, gegebenenfalls Beteiligte. Dazu kommen ausgefallene Termine mit Grund, denn auch ein unentschuldigter Ausfall gehört in den Leistungsnachweis. Am Monatsende reicht die Fachkraft die Stunden zur Prüfung ein; erst nach der Freigabe werden sie abgerechnet.
Die Erfahrung zeigt: Dokumentation, die am Tag des Kontakts entsteht, ist vollständiger und schneller als jede nachträgliche Rekonstruktion. Deshalb lohnt sich mobile Erfassung direkt beim Hausbesuch.
Kapazität und Zuweisung
Eine Vollzeitkraft in der SPFH betreut je nach Kontingent etwa 6 bis 10 Familien. Bei der Zuweisung eines neuen Falls zählen Wohnort, Sprache, Qualifikation, freie Wochenstunden und Abwesenheiten. Wer diese Angaben in einer Liste hat, weist in Minuten zu; wer sie im Kopf hat, telefoniert einen halben Tag.
Häufige Fragen
Muss jede Fachkraft ein Studium haben?
Das hängt von der Leistungsvereinbarung mit dem jeweiligen Jugendamt ab. Häufig werden Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Pädagogik, Heilpädagogik oder vergleichbare Abschlüsse verlangt; Erzieherinnen und Erzieher mit Zusatzqualifikation werden vielerorts ebenfalls akzeptiert.
Zählen Fahrtzeiten als Fachleistungsstunde?
Das regelt die Vereinbarung mit dem Jugendamt. Viele Vereinbarungen enthalten mittelbare Tätigkeiten wie Vor- und Nachbereitung oder Fahrtzeiten anteilig im Stundensatz; andere vergüten nur den direkten Kontakt. Der Träger sollte das je Jugendamt hinterlegen.
Wie viele Familien kann eine Fachkraft betreuen?
Als Richtwert gelten in der SPFH 6 bis 10 Familien je Vollzeitstelle, abhängig von Kontingent, Fahrtwegen und Fallschwere.
So läuft es in Klify
- Personalakte mit Sprachen, Ausbildung, Qualifikationen, Zertifikaten und Wochenstunden; Zuweisung nach Stadt, Sprache und freier Kapazität.
- Gespräche werden in der App vor Ort erfasst; Prüfungen laufen beim Speichern.
- Angestellte und Honorarkräfte in einem System, Stundensatz-Historie je Fachkraft.